Kategorie: Programm

Literaturwoche Donau, Abend 5: The Garden – Der Garten. Von Paul Bowles

14. 7. 2022, 19:30 Uhr
The Garden – Der Garten
Von Paul Bowles
Szenische Lesung & Buchpremiere
mit Florian Vetsch & Mitgliedern des Theaters Ulm + Musik
Moderation: Boris Kerenski
Musik: sirius weltmusik
Ort: Theater Ulm, Balkon
Eintritt: 15 €

1963 schrieb Paul Bowles (1910-1999) im malerischen Städtchen Asilah an der Atlantikküste von Marokko die Short Story „The Garden“. Sie spielt in einem kleinen Dorf am Rand einer Oase in der Sahara. Ein Mann arbeitet still und zufrieden in seinem der Wüste mittels Wassergräben abgerungenen Garten und bewundert oft bis nach Sonnenuntergang dessen Schönheit. Seine Frau vermutet, dass er einen Schatz in seinem Garten vergraben habe. Um ihn gesprächig zu machen, wendet sie sich an eine Hexe, die ihr ein schwarzmagisches Gift für ihren Gatten mitgibt. Die Frau verabreicht diesem aber eine Überdosis. Im Glauben, ihn getötet zu haben, verlässt die Frau das Dorf und flieht zu ihrer Familie. Doch das Gift hat den Mann lediglich in einen komatösen Zustand versetzt, aus dem er wieder erwacht; das Gift hat ihn aber das Gedächtnis gekostet.

Als der Imam den wieder zu Kräften Gekommenen in seinem Garten besucht und ihn ermahnt, freitags in die Moschee zu kommen und Allah für seinen Garten zu danken, versteht der Mann nicht, worum es geht. Alsbald geht das Gerücht um, er habe seine Frau umgebracht, in Stücke zerlegt und in seinem Garten vergraben. Aus dieser Konstellation entwickelt sich für den ahnungslosen Mann eine tödliche Spirale.

Im Dezember 1966 bat Joseph McPhillips, der Rektor der Amerikanischen Schule von Tanger, Bowles um eine Dramatisierung dieses Stoffs; McPhillips inszenierte unter Mitwirkung professioneller Kunstschaffender während vieler Jahre Theaterstücke für seine Studentinnen und Studenten. Paul Bowles befand sich zu dem Zeitpunkt in Thailand und war auf dem Sprung zur Heimkehr. Deshalb schrieb er auf dem Rückweg nach Tanger auf hoher See die Szenen des Bühnenstücks „The Garden“ und sandte sie an McPhillips, der unverzüglich mit den Proben begann.
„The Garden“ wurde in Tanger im Palais du Marshan am 28. und 29. April 1967 uraufgeführt – aber es wurde nie veröffentlicht.
Nun liegt diese Veröffentlichung in einer wunderschönen Prachtausgabe (Bilgerverlag) vor — und die Literaturwoche Donau in Kooperation mit Dramaturg Christian Katzschmann wagt im Theater Ulm die szenische Lesung. Rachid_B von der Gruppe sirius weltmusik an Gitarre, Mandoline und Gesang in Begleitung von Silvio Herrera (Percussion) und Salvo la Ferrera aus Sizilien (Akkordeon) werden diesen Abend mit eigenen Kompositionen musikalisch untermalen.

Herausgeber Florian Vetsch und Publizist Boris Kerenski, beide Tanger- und Bowles-Spezialisten, unterhalten sich über die einmalige, schillernde Beat-Literatur-Ikone Paul Bowles.

Tickets: Aegis Buchhandlungen Ulm, info@aegis-literatur.de
Eintritt: Moderat und fair. Wer knapp bei Kasse ist, kommt auch rein: Wir finden für alles eine Lösung.
Schlechtwetter-Regelung: Es gibt kein schlechtes Wetter. Nur Lösungen. Es fällt nichts aus.

Literaturwoche Donau 2022

Die Literaturwoche Donau 2022 wird finanziell unterstützt durch die Stadt Ulm, die VR Bank Ulm-Biberach und die Museumsgesellschaft Ulm. Veranstalter: Literatursalon Donau e. V. Support: Aegis Buchhandlungen, Museumsgesellschaft Ulm, Edition Hibana, KulturCasino Ulm am Weinhof

Literaturwoche Donau, Abend 2: Daniel Schreiber, Allein. Lesung & Gespräch

11. 7. 2022, 19:30 Uhr
Allein. Gibt es Antworten auf den Sinnverlust in einer krisenhaften Welt?
Lesung und Gespräch mit Daniel Schreiber
Moderation: Marcus Golling
Ort: CASINO am Weinhof, Weinhof 7
Eintritt: 10 €

Nie haben so viele Menschen allein gelebt, und nie war elementarer zu spüren, wie brutal das selbstbestimmte Leben in Einsamkeit umschlagen kann. Aber kann man ALLEIN überhaupt glücklich sein? Und warum wird in einer Gesellschaft von Individualisten das Alleinleben als schambehaftetes Scheitern wahrgenommen?
Daniel Schreiber ergründet das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Rückzug und Freiheit und dem nach Nähe, Liebe und Gemeinschaft. Dabei leuchtet er aus, welche Rolle Freundschaften in diesem Lebensmodell spielen. Ein zutiefst erhellendes Buch über die Frage, wie wir leben wollen.
„Was für ein Buch! Es rührt an unsere geheimsten Ängste. Dabei tröstet es uns, klug und zärtlich zugleich – wie ein Freund, der unsere Not erkennt.“ (Gabriele von Arnim)

Daniel Schreiber, 1977 geboren, ist Autor der Susan-Sontag-Biografie Geist und Glamour (2007) sowie der hochgelobten und vielgelesenen Essays Nüchtern (2014) und Zuhause (2017).

Er lebt in Berlin. Auf Instagram: @thedanielschreiber

 

Meine dunkle, regelmäßig zum Jahresende wiederkehrende Stimmung beruht zu einem großen Teil darauf, dass mein innerer Optimismus in sich zusammenfällt, während wir uns als Gesellschaft einer rauschhaften Feier des guten Lebens hingeben. Ich habe das Gefühl, gescheitert zu sein: Überall werde ich darauf gestoßen, dass ich weitgehend ohne die beiden grundsätzlichen Komponenten der Fantasie vom guten Leben auskommen muss: ohne Wohlstand und Liebesglück.

Zitat aus „Allein“

 

 

Literaturwoche Donau 2022, Abend 1: Anna Mateur und The Beuy. Kaoshüter

Eröffnung der Literaturwoche Donau
8. 7. 2022, 19:30 Uhr
Anna Mateur & The Beuy Kim Efert : Kaoshüter
Ort: Café Kokoschinski – Garten
Eintritt: 15 €

Wir freuen uns sehr, am kommenden Freitag bereits die zehnte Ausgabe der „Literaturwoche Donau“ eröffnen zu können. Nach zwei Jahren, die coronabedingt dem Verein und dem Festival das Äußerste abverlangten eine Wohltat – denn ein Festival lebt vom Live-Erlebnis. Gerade auch ein Literaturfestival.
Das in diesem Jahr die Menschlichkeit ins Zentrum stellt und von allen Seiten betrachtet, oft auch mit Humor und, wie im Falle von Anna Mateur, mit scharf gepfefferten Witz: Expect the unexpected.

Anna Mateur ist diese großartige, wundersame Erscheinung, die mit ihrem sagenhaften Stimmvolumen und abgrundkomischen Witz-Ernst alles in den Schatten stellt, was sich hierzulande quer durch alle Medien als Groß- oder Kleinkunst darstellt. Anna Mateur enttarnt das Groteske im Normalen, das Monströse des Mittelmaßes und den Zusammenhang von Komfort und Konformismus ….

Anna Mateur ist: Sonder-Kunst!
Sie verzaubert uns mit Liedgut und Wortwitz unchained.

 

Anna Maria Vogt aka Anna Mateur, geboren 1977 in Dresden, studierte Musik, hätte sich aber lieber für Grafik oder Schauspiel beworben. Seit 2003 tourt sie mit ihren verschiedenen musikalischen Formationen, zuletzt mit „Anna Mateur and the Beuys“ im deutschsprachigen Raum. Vielfach ausgezeichnet, immer bereit für einen kreativen Seitensprung, schreibt sie Bühnenprogramme, Songtexte und Radiokolumnen, zeichnet ihre Geschichten live auf Folien, Haut, Tische und Wände. Ihr erstes Buch „Wehwehchenatlas“ und eine Solo-Hörspiel-CD wurden verlegt bei „Voland & Quist“.

Herbst der neuen Bücher im Literatursalon Donau: Christina Maria Landerl / Sibylle Schleicher / Müry-Salzmann

Herzliche Einladung zu zwei Literaturabenden mit brandneuen Büchern:
„Alles von mir“ am 30. 9. 2021 und Buchpremiere „Die Puppenspielerin“ von Sibylle Schleicher am 10. 10. 2021!

Do., 30.09.2021, 19:30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr
Verlagsabend Müry-Salzmann
Ort: Aegis Buchhandlung Ulm
Gäste: Silke Dürnberger, Mona Müry
+ Autorin Christina Maria Landerl
Durch den Abend geleitet Florian L. Arnold

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Finale der Literaturwoche Donau mit Nora Gomringer: Peng Peng Parker

Eine Sensation: Nora-Eugenie Gomringer zum Abschluss der Literaturwoche Donau 2021!

Dienstag, 17. August 2021, 19:30 Uhr
Roxy Soundgarten, Schillerstraße 1/12, Ulm

Gomringer & Scholz, dahinter stecken die Lyrikerin und Rezitatorin Nora Gomringer und der Jazz-Musiker Philipp Scholz sowie Pianist Philip Frischkorn.
Mit „Peng Peng Parker“ widmet sich das Trio der 1893 geborenen und 1967 in New York gestorbenen Dichterin, Dramatikerin und Werbetexterin Dorothy Parker.
Parker schrieb über die Liebe und das Leben, seufzend und lachend, immer trinkfest. Ihr lyrisches Werk ist witzig und lakonisch, mal zart, mal hart. Niemand hat so verlachend über das Rangeln zwischen den Geschlechtern geschrieben.
Das New York der 1920er Jahre – ohne sie undenkbar.

Peng Peng Parker – die CD


Aus der Fülle von Parkers Spott-, Humor- und Liebesgedichten haben Nora Gomringer und Philipp Scholz, begleitet vom Pianisten Jonas Timm, erstaunliche Songs geschaffen. Melodiös und rhythmisch, witzig und eigen weicht das Duo jenes Schwarzweiß alter Fotos und klingender Pianotasten auf zu Melodien, die schon lange zwischen den Zeilen stehen.
Kritikerinnen und Kritiker sind sich einig: Hier wird die bewährte Kombination von Jazz und Rezitation auf eine neue Ebene gehoben: „Hier wird die Rezitation zu einem bunten szenischen Spiel“ so „Literaturkritik.de“
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Literaturwoche Donau 2021: Gion Mathias Caveltys Buchlabyrinthe + Konzert Herr Polaris

 

10. 8. 2021, 19:30 Uhr
Irr+Witz: Gion Mathias Caveltys Buchlabyrinthe
+ Konzert Herr Polaris
Moderation: Florian L. Arnold, Autor
Ort: Cabaret Eden, Karlstr. 71

Was passiert, wenn Menschen nicht in Büchern lesen, sondern Bücher in Menschen? Beim Schweizer Autor Gion Mathias Cavelty ist nie etwas so, wie man es kennt – oder erwartet. Das neueste Werk ist eine absurde Höllenfahrt voll schrägem Personal und noch schrägerem Humor: Der Inquisitor Innozenz wird vom Papst ins kleine Dorf Schwamendingen geschickt. Seine Mission: den Schädel des ersten Menschen aufzuspüren, der sich dort in den Händen einer diabolischen Sekte befinden soll. Begleitet wird Innozenz vom absolut reinen Buch, das durch keinen einzigen Buchstaben besudelt wird.

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Virtuelle Literaturwoche Donau 2020. Hubert Flattinger: Mrs. O’Hara sagt Gute Nacht

I see something of myself
in everyone.
Joni Mitchell, Hejira

Im Bett mit Mrs. O’Hara

„Peggy O’Hara war Irin, etwas über fünfzig, blassgesichtig, zart, dennoch von drahtiger Energie, wenn es darauf ankam. Als Zimmerwirtin des Anise House duftete sie so, wie es der Name ihrer kleinen Bed-and-Breakfast-Pension versprach, nach dem Gewürz, mit dem sie ihre Kekse buk. Wenn ich Mrs. O’Hara bei ihren Unternehmungen begleitete, um zuzusehen, wie sie verbotene Dinge tat, fühlte ich mich wieder wie ein Kind. Und das war schön.“

In Irland wisse man mit Gespenstern umzugehen, wurde ihm im Reisebüro versprochen. Und eben dort auf der grünen Insel macht der blasse Reisende Bekanntschaften, die sein Leben verändern. Da ist das Piratenmädchen aus Strandhill, die dem Touristen aus Oistaraik erst einmal Manieren beibringt. Da ist Ned Stoney, halb Junge, halb Greis, der wie kein anderer von Amerika – dem Land der unerschöpflichen Murmeln und Kartoffeln – zu schwärmen weiß. Und nicht zuletzt findet sich Mrs. O’Hara, die mit Toten spricht und besonders gut mit Geistern kann …

Ein Mann ist sich verloren gegangen und sucht in Gesichtern und Geschichten sein Selbst. Es sind die Sehnsüchte und Gedanken der anderen, die ihn wieder zurück ins eigene Leben führen; es geht um Vertrauen und Zärtlichkeit, um Hautkontakt, Wahrhaftigkeit und Liebe.

„(…)„Ich möchte dich zeichnen. Als Akt, oder meinetwegen als Halbakt. Bin auch mit einem Porträt zufrieden.“
„Was willst du mit dem Bild eines zerrupften alten Besens? Mit siebzehn hättest du mich zeichnen müssen! Da hätte ich noch etwas dargestellt! Mit siebzehn ist immer schönes Wetter im Spiegel.“
„Wenns nur das ist. Ich habe dich die letzten Tage studiert, kenne mich inzwischen in deinem Gesicht besser aus als in meinem eigenen. Ja, ich könnte dich zeichnen, wie du mit siebzehn ausgesehen hast. Das würde ich hinkriegen.“
„Oh, das würdest du, Boy. Das traue ich dir zu. Aber ich bin müde. Mir wäre lieber, du würdest mir ein Märchen aus deiner Heimat erzählen. Oder besser, erzähle mir nochmal von der kleinen Piratengöre, die dich in Irland willkommen geheißen hat.“

> LESEPROBE

Mister Hitchcocks Waxfigurenkopf spielt in Hubert Flattingers neuem Buch „Mrs. O’Hara sagt Gute Nacht“ (Limbus Verlag) eine besondere Rolle …

Hubert Flattinger, geboren 1960 in Innsbruck, hat im Limbus Verlag bereits mehrere Bücher herausgebracht und dabei auch seine zweite Begabung, die Bildende Kunst, einbringen können. Nach mehreren Exkursionen u. a. als Altenbetreuer, Pflasterstein-Maler, Tierpfleger, Grafiker und Werbeleiter einer Computerfirma fand er schließlich als Journalist jenes Aufgabengebiet, dem er sich am liebsten widmet – dem Menschen nämlich, der ihm gerade gegenübersitzt. Er schreibt Kinder- und Jugendbücher, Theaterstücke und Geschichten für ältere Semester. Bücher (Auszug): Liftboy (2004), Der größte Fisch entwischt (2015) und Als ich Lord Winter war (2017).

 

Foto: Flattinger

Eine Kurzvorstellung des Buches findet man auch bei > Sätze & Schätze!

 

Hubert Flattinger
Mrs. O’Hara sagt Gute Nacht
Limbus 2020
112 Seiten, Gebunden mit Lesebändchen, € 15,– [A]/[D]
ISBN 978-3-99039-168-6

www.limbusverlag.at

 

Virtuelle Literaturwoche Donau 2020: Die Reihe Limbus Preziosen

Die Lust an der Entdeckung unbekannter Klassiker


Preziosen sind Kostbarkeiten, etwas Wertvolles und Besonderes, das es zu entdecken gilt.

Wie sich ein Verlag jenseits ausgetretener Pfade um die Literatur verdient macht, zeigt die Reihe „Limbus Preziosen“

In der Reihe Limbus Preziosen erscheint besondere Literatur in ansprechender Ausstattung mit individuellem Buchschmuck; eine Hommage an die leidenschaftliche Buchgestaltung der Gründerzeitverlage, natürlich mit Lesebändchen. Das kaschierte Umschlagschildchen ist – ohne sich vergleichen zu wollen – eine Hommage an die berühmte Insel Bücherei. Lesen Sie weiter

Virtuelle Literaturwoche Donau 2020. Lesung Walle Sayer, Teil 2

„In Walle Sayers Gedichten begegnen wir einer Welt, die noch in ihrer Erdenschwere etwas Lichtes und Schwebendes besitzt, und die für Augenblicke von allem Werkeln und Machen erlöst ist. Mitten am hellichten Tag darf sie von sich selbst ausruhen und zu einem Stillstand gelangen, bei dem uns nur die leise Frage umtreibt, ob nicht viel mehr die Dinge uns als wir die Dinge ansehen.“
Karl Heinz Ott über Walle Sayers Miniaturen

 

Wir freuen uns, daß Walle Sayer uns einige seiner herrlichen Texte zum Lesen zur Verfügung gestellt hat. Die „Lesung“ also ist nun Ihnen überlassen, lieber Leser!

Seine Bücher findet man > HIER
Und > HIER kann man ihn erleben in „Lesenswert“ mit Denis Scheck

Prosagedichte von Walle Sayer

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Virtuelle Literaturwoche Donau 2020. Lesung Walle Sayer, Teil 1

„In Walle Sayers Gedichten begegnen wir einer Welt, die noch in ihrer Erdenschwere etwas Lichtes und Schwebendes besitzt, und die für Augenblicke von allem Werkeln und Machen erlöst ist. Mitten am hellichten Tag darf sie von sich selbst ausruhen und zu einem Stillstand gelangen, bei dem uns nur die leise Frage umtreibt, ob nicht viel mehr die Dinge uns als wir die Dinge ansehen.“
Karl Heinz Ott über Walle Sayers Miniaturen

 

Wir freuen uns, daß Walle Sayer uns einige seiner herrlichen Texte zum Lesen zur Verfügung gestellt hat. Die „Lesung“ also ist nun Ihnen überlassen, lieber Leser!

Seine Bücher findet man > HIER
Und > HIER kann man ihn erleben in „Lesenswert“ mit Denis Scheck

Prosagedichte von Walle Sayer

 

TON

Es sehen,
was nicht hörbar ist,
Nachhall des Nachhalls
vom Zusammenläuten, das einst
nur zu vernehmen war als Gebimmel
im Weitab dieses Wiesengrundstückes
und seines ächzenden Schuppens,
der ohne Genehmigung hingestellt wurde
und ohne Genehmigung zerfällt,
Grundakkord einer Abendstimmung,
die sich da verkünstelt
mit der Bachstelze
auf dem Rücken
eines Schafs.

 

NICHTS, NUR

Nichts, nur der Vollmond, der sich spiegelt im ruhigen Wasser, ein an den See entrichteter Obolus der Nacht. Nichts, nur ein paar Raben, Funktionäre der Farbe Schwarz, hocken im Geäst, zerkrächzen die Sicht. Nichts, nur die Runde am Nebentisch, Schaumkronen setzen sie sich auf, erlassen ihre Edikte, danken ab. Nichts, nur: diese Tonfolge, dieser Auftakt.

 

MUSIKWALD

Das Tonholz für die Resonanzböden stamme von ausgesuchten Rot-fichten, zweihundert Jahre alten Baumriesen, die ab einer Höhe von fünfzehnhundert Metern wachsen und bei abnehmendem Mond gefällt werden. Die reinen Schallschwingungen haben mit den regelmäßig ge-wachsenen Jahresringen zu tun, sieben bis zehn pro Zentimeter nur, eine solch feine und enge Faser. Und während sie das flüstert, nah an mein Ohr gebeugt, verlaufen sich Pilzsucher und Beerensammler in den Parametern eines vergangenen Jahrhunderts, tritt ein pathetischer Hirsch auf eine Lichtung hinaus, ragt zwischen Blattwerk und Lichtrissen die Oktave eines hohen Felsvorsprungs als Vogeltränke hervor, wächst symphonisch langsam, Schattenspiel und Echo, ein entfernter Schlupf-winkel zu.

 

SCHWEBE

Seinsmüde Schwere, die sich hinlegen möchte auf ein Bärenfell, die Arme hängen an dir herunter als geknickte Flügel, ein jeder Laternenpfahl rempelt dich an: in diesem Morgenpräludium, verzerrt vom Altglascontainer herüber, ein atonales Geklimper im Halbschlaf, zerdepperte Flaschenakkorde, Braunglas, Grünglas, eine jede einzeln, Pathos des Unpathetischen, bis eine Streichergruppe einsetzen müßte, Kirchenglocken, Nebelgebell, ein Regensopran.

 

Weitere Texte von Walle Sayer veröffentlichen wir am 22. 4. 2020 auf dieser Website sowie auf unseren Facebook-Präsenzen > HIER

Virtuelle Literaturwoche Donau 2020. Vier Fragen an Walle Sayer

„Der Dichter Walle Sayer braucht nur wenige Wörter, um in das Zentrum unserer Existenz zu gelangen. Er gehört zur rar gewordenen Zunft der Poeten, die das Weglassen dem Ausschmücken vorziehen. (…) Er bewahrt sich die zentrale Eigenschaft, die für das Schreiben (…) unerlässlich ist: die Fähigkeit zum Staunen, jenen innigen Blick auf die Dinge, der unser Alltagsuniversum so ausleuchtet, als sähe man all diese Gegenstände zum ersten Mal.“

Alles wie beim ersten Mal sehen

So lobte der SWR Walle Sayer und machte mit dem neuesten Band „Mitbringsel“ einmal mehr eines seiner Bücher zum „Buch der Woche“. Aber ist Walle Sayer „nur“ ein Lyriker? Sind seine zwar in der Form kurzen, im Inhalt aber schier grenzenlosen Miniatren oder, wie er selbst es so treffend nennt, „Feinarbeiten“ nicht etwas, das einen ganz eigenen Gattungsbegriff bräuchte? -Wenn es diesen nicht mit „Feinarbeiten“ schon längst hat-?

Der Beschäftigungstherapeut verordnet Nichtstun (Auszug)

Also wiegt man
Schneeflocken ab,
schöpft Wasser mit dem Sieb,
entrümpelt eine ausgeräumte Wohnung (…)
Aus: Walle Sayer, „Mitbringsel“.

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Eröffnung der (virtuellen) Literaturwoche Donau 2020 mit Raoul Schrott und einer Geschichte des Windes …

Eröffnung der (virtuellen) Literaturwoche Donau 2020
mit Raoul Schrott und einer Geschichte des Windes …

„Wie grausig war da der erste wirkliche Sturm! Es war unbeschreiblich: der Himmel selbst bei Tage dunkel und so nieder, als käme er auf uns herab, der schwere Druck überall die Luft herausstossend, dass es war, als führen wir mit dem Bug an eine Wand, die Arme Gottes unser Heck dagegen schiebend, ein Tohuwabohu wie am Anfang der Schöpfung, als Jahwes Atmen über den Wellen lag.“

Die Gewürzinseln! Für heutige Menschen klingt das wie Poesie. Lesen Sie weiter

Literaturwoche Donau 2020 – virtuell

Heute hätte die Literaturwoche Donau 2020 begonnen und wäre mit fabelhaften Gästen in ihre achte Auflage gegangen … aber es kam anders, wir wissen es. Anstatt nun den Abenden nachzutrauern, möchten wir gerne ein wenig vom geplanten Programm mit euch teilen und euch in den kommenden Tagen Literaturhäppchen servieren – Leseauszüge, Interviews und Infos rund um die Bücher und Autoren, die wir vom 17. bis 25. April 2020 nach Ulm eingeladen hätten.

Los geht es heute Abend mit Raoul Schrott. Mit ihm und seinem fabelhaft-barocken Abenteuerroman „Eine Geschichte des Windes – oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“. Stürme, Schiffbruch, Kannibalen: die abenteuerliche Geschichte eines Weltumseglers, die niemand so erzählen kann wie Raoul Schrott!

Weitere Programmpunkte:

Ivna Zic: Die Nachkommende
Thomas Meyer: Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin
Thomas Stangl: Die Geschichte des Körpers. Erzählungen
Hubert Flattinger: Mrs. O’Hara sagt Gute Nacht
Michael Lichtwarck-Aschoff: Der Sohn des Sauschneiders oder ob der Mensch verbesserlich ist. Roman
Walle Sayer: Mitbringsel
Bernd Schuchter: Rikolas letzter Auftritt. Roman
… und mehr.

 

 

 

Verschoben: Literaturwoche Donau 2020

Abgesagt? Verschoben!
Literaturwoche Donau 2020

 

Liebe Freunde der Literatur,

so schmerzhaft es ist – das für die Zeit vom 17. bis 25. April 2020 geplante Literaturfestival „Literaturwoche Donau“, das unter anderem mit dem Musikfestival für Neue Musik „KlangHaus“ kooperiert, muss ins Jahr 2021 verlegt werden. Das Risiko, dass die Zulässigkeit von Veranstaltungen aufgrund der noch unabsehbaren Effekte der Corona-Epidemie zum geplanten Festivalbeginn weiter verschärft werden, ist sehr hoch. Als Veranstalter müssen wir gewährleisten, dass die beteiligten Künstler wie auch Gäste in ihrer Gesundheit keinem Risiko ausgesetzt werden.
Zudem ist anzunehmen, daß eine Reihe von auswärtigen Gästen aufgrund von Reiseeinschränkungen für Risiko­gebiete nicht zum Festival kommen können.

Ein neuer Termin für unser Festival der unabhängigen Literatur werden wir im Frühsommer 2020 bekannt geben.

Wir möchten zugleich auf unseren ‚Bücherfrühling‘ auf dem Blog des „Literatursalon Donau“ verweisen: Hier werden wir ab 17. 4. ausgesuchte Literatur, die wir bei der „Literaturwoche Donau 2020“ vorgestellt hätten, ausführlich besprechen und um Interviews mit den Autoren*innen ergänzen: literatursalon.net/virtuelle-liwo2020

Mit besten Grüßen
Florian L. Arnold
Rasmus Schöll
(Festivalleitung)

literatursalon.net

LiteraturKlassiker im Winter #5: Ein Abend mit dem Dörlemann Verlag

LiteraturKlassiker im Winter #5: Ein Abend mit dem Dörlemann Verlag
28.11.2019, 19:30 Uhr, Veranstaltungsort: Aegis
28 Plätze verfügbar, bitte reservieren!

„Was Sabine Dörlemann und ihr Team machen, sind wunderbare Bücher, von Autoren, die noch keiner kennt oder keiner mehr kennt. Vergessene Klassiker und hoffnungsvolle Schweizer.“ So die Laudatio auf den Dörlemann Verlag im Rahmen des Prolitteris Preises 2015. Wenige Verlage kümmern sich so liebevoll um Wiederentdeckungen wie Dörlemann. Der 2003 gegründete Verlag zählt zu den facettenreichsten Indiependent Verlagen in Europa, mit einem fabelhaften Klassiker-Programm, durch das wir an diesem Abend mit Verlegerin SABINE DÖRLEMANN lustwandeln. Dabei gibt es neben dem fantastischen Reiseschriftsteller Leigh Patrick Fermor auch Ivan Bunin, Michael Frayn und Dag Solstad als ‚moderne Klassiker‘ zu entdecken.
Wir freuen uns auf Sabine Dörlemann – und auf einen Abend herausragender Texte, mit dem wir zugleich die diesjährige, gut besuchte Reihe „LiteraturKlassiker im Winter“ abschließen.

„Sabine Dörlemann entdeckt jedes Jahr zwei, drei tolle Autoren, wie zum Beispiel Patrick Leigh Fermor. Fabelhaft, was die alles gefunden hat, hoch interessante Sachen. Und plötzlich merkt man: In dieser großen Flutwelle, die jedes Jahr über uns kommt, sind die wirklich interessanten Sachen verschwunden, und dann kommt sie – und andere auch – und holt sie aus diesem Malstrom heraus.“
Michael Krüger

LiteraturKlassiker im Winter 2019

Es geht weiter – wir haben wieder Zeit für Klassiker!

LiteraturKlassiker im Winter 2019

Unsere gemeinsam mit der Ulmer Buchhandlung „Aegis Literatur“ eingerichtete Reihe zur Entdeckung (jüngerer) Klassiker geht in die 2019er Saison.Wir freuen uns auf Verleger, die übersehenen und unterschätzten Büchern und Autoren eine Chance auf Wiederentdeckung geben. Und wir schauen weit über den deutschen Tellerrand hinaus nach Marokko und ins eigenwillige Land der Briten.

Eintritt jeweils 8 €
Eine Veranstaltungsreihe des Literatursalon Donau e. V. in Kooperation mit der
Aegis Literatur Buchhandlung
Wir werden unterstützt durch die Stadt Ulm.

 

LiteraturKlassiker im Winter #1: Ein Abend mit Lilienfeld
14.11.2019 –  19:30 Uhr
Mit Axel von Ernst
Veranstaltungsort: Aegis
Vorverkauf: 28 Plätze vorhanden – Bitte Karte bei Aegis reservieren!

Wir eröffnen mit dem fabelhaften Lilienfeld Verlag. Der Lilienfeld Verlag kümmert sich um „junge Literatur aus alten Tagen“, um Texte, die von zeitloser Qualität sind, aber schon lange nicht mehr aufgelegt wurden oder – im Fall fremdsprachiger Literatur – trotz ihrer Bedeutung nie den Weg in die deutsche Sprache gefunden haben. Die Bücher sind liebevoll gestaltet und ausgestattet, die bibliophilen Halbleinenbände der Reihe Lilienfeldiana heben Bücher aus diem Meer des Vergessens: „Wir wollen sie bergen und in ihrem vollen Glanz präsentieren.“

Ein Abend für Büchersammler, Entdeckungsfreudige und einfach jeden, der gerne mal Frisches aus vergangener Zeit lesen möchte. Verleger Axel von Ernst gibt uns die Ehre.

 

LiteraturKlassiker im Winter #2:
Stefan Zweig „Episode am Genfer See“ und „Der Amokläufer“

20.11.2019 – 19:30 Uhr
Es liest Florian L. Arnold.
Veranstaltungsort: Aegis, Eintritt frei

„Episode am Genfer See“ und „Der Amokläufer“ – zwei Novellen des großen Erzählers Stefan Zweig, die sich mit dem Ausgestoßensein und der Einsamkeit von Menschen befassen, die alles verloren haben. Mit einer magischen Sprache beschreibt Zweig zwei Ausnahmesituationen.

Der Ulmer Verlag „Topalian & Milani“ hat sich die zwei Novellen Zweigs vorgenommen und diese mit Illustrationen des Hamburger Künstlers Michael Hahn ausstatten lassen. Ein prachtvolles Buch, das zur Wiederentdeckung der beiden Novellen einlädt.

 

LiteraturKlassiker im Winter #3: Oh, Britannien, du bist so anders!
Texte aus und über England
22.11.2019 – 19:30 Uhr
Zusammengestellt und gelesen von Bernd Weltin
Veranstaltungsort: Aegis
Vorverkauf: 28 Plätze vorhanden – Bitte bei Aegis reservieren!

Zweiter Abend unserer diesjährigen Reihe der Literaturklassiker. Heute serviert uns Bernd Weltin (Ulm) einen fundierten Rundblick über moderne britische Klassiker – die mitunter ganz unerwartete Verlinkungen in Richtung Österreich und Deutschland haben. Oh, Britannien, du bist so anders!

Ob mit oder ohne Brexit – es ging schon immer „etwas anders“ zu jenseits des Ärmelkanals, in Great Britain. Das zeigt eine Auswahl literarischer Texte aus den letzten vier Jahrhunderten. Unterwegs mit Postkutsche und Eisenbahn, zu Snobs und Parlamentariern, Cambrigde-Professoren und Eheanbahnungs-Expertinnen. Mit Autoren aus „GB“ und „from the continent“.
Her Majesty the Queen inclusive! Freuen Sie sich auf garantierte Geheimtipps und Entdeckungen mit Bernd Weltin.

 

LiteraturKlassiker im Winter #4: Tanger Telegramm
Reise durch die Literaturen einer legendären marokkanischen Stadt
Mit Boris Kerenski und Florian Vetsch
26.11.2019 – 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Aegis
Vorverkauf: Aegis. 28 Plätze verfügbar, bitte reservieren!

Florian Vetsch und Boris Kerenski nehmen Sie mit auf eine faszinierende Reise in eine Stadt, deren Name allein schon pure Poesie ist: TANGER.
In drei Abteilungen erschliessen sich der Leserin, dem Leser tangerine Themen wie Drogen, Gewalt, Sexualität, Trancemusik, Interkulturalität. Doch rücken immer wieder die Stadt selbst und die strengen oder libertinären Sitten ihrer vielfältigen Bewohnerinnen und Bewohner ins Zentrum. Die US-amerikanische und die deutsche Beat Generation, Jean Genet in Marokko, der Innovator und Inspirator Brion Gysin, Jane Bowles‘ Erzählung «Alles ist schön» oder der Tod von Paul Bowles am 18. November 1999 sind weitere Themen, denen verschiedene Texte in dieser faszinierenden Anthologie gewidmet sind.“
Florian Vetsch und Boris Kerenski stellen uns das Buch vor und lesen einige der schönsten Texte aus TANGER TELEGRAMM.

https://www.bilgerverlag.ch/index.php/Buecher/Florian-Vetsch-Boris-Kerenski-Hsg.-Tanger-Telegramm

 

LiteraturKlassiker im Winter #5: Ein Abend mit dem Dörlemann Verlag
28.11.2019  – 19:30 Uhr
Mit Verlegerin Sabine Dörlemann, Moderation: Florian L. Arnold
Veranstaltungsort: Aegis
Vorverkauf: Aegis. 28 Plätze verfügbar, bitte reservieren!

„Was Sabine Dörlemann und ihr Team machen, sind wunderbare Bücher, von Autoren, die noch keiner kennt oder keiner mehr kennt. Vergessene Klassiker und hoffnungsvolle Schweizer.“ So die Laudatio auf den Dörlemann Verlag im Rahmen des Prolitteris Preises 2015. Wenige Verlage kümmern sich so liebevoll um Wiederentdeckungen wie Dörlemann. Der 2003 gegründete Verlag zählt zu den facettenreichsten Indiependent Verlagen in Europa, mit einem fabelhaften Klassiker-Programm, durch das wir an diesem Abend mit Verlegerin SABINE DÖRLEMANN lustwandeln.

„Sabine Dörlemann entdeckt jedes Jahr zwei, drei tolle Autoren, wie zum Beispiel Patrick Leigh Fermor. Fabelhaft, was die alles gefunden hat, hoch interessante Sachen. Und plötzlich merkt man, ha: In dieser großen Flutwelle, die jedes Jahr über uns kommt, sind die wirklich interessanten Sachen verschwunden, und dann kommt sie – und andere auch – und holt sie aus diesem Malstrom heraus.“
Michael Krüger

Rückblick: „Unvergessen“, Lesung zum Rana Plaza Unglück.

Wundervoller Abend zu einem ernsten Thema: Zur Fashion Revolution Ulm / Neu-Ulm im Ulmer Fairtrade-Modegeschäft „Fischerins Kleid“ präsentierten Sibylle Clauß-Schleicher, Theresa Komprecht, Maximilian Stuka und Sarah Scheerer einen Literaturabend, der sich mit dem Thema fair hergestellter Kleidung befasste. Ernste und heitere Momente waren ebenso zu erleben wie die Verlesung der Menschenrechte. Besonders berührten die eigenen Texte der Autoren*innen, die das Kleidungsstück zum Erinnerungsgegenstand, zum sprechenden Gegenstand machten. Viel verdienter Applaus für einen subtilen, bewegenden, aussagestarken Abend.
Musik: Ferdinand Schlichtig.
Tausend Dank an: Annemarie Brückner, Topalian & Milani Verlag, Literaturwoche Donau, Aegis Buchhandlung, Aicher Scholl Kolleg, Ferdinand Schlichtig

 

 

Rückblick: Dielmann & Velte Duett

Raum und (W)Ort: Multitalente auf der Bühne

Rückblick: Vergnüglich und in bester Erzähllaune stellten uns Axel Dielmann und Olaf Velte ihre Bücher vor. Da gab es neben zwei sehr entdeckenswerten Autoren auch einen Einblick in das „dritte Leben“ Dielmanns, der auch als Bildender Künstler arbeitet. Wir danken den Gästen und dem Club Orange, Vh Ulm für einen sehr gelungenen Abend. Fotos wieder aus der bewährten Werkstatt Guido Gerlach!

 

Literaturwoche Donau 2019: ARCHIPEL. Lesung entfällt!

Literaturwoche Donau 2019: ARCHIPEL

Dienstag, 30. 4. 2019, 19:30 Uhr
ARCHIPEL. Lesung & Gespräch mit Inger-Maria Mahlke, Buchpreisträgerin 2018>

++ Lesung muss aufgrund eines Trauerfalls leider entfallen! ++
++ Termin wird 2020 nachgeholt, Karten können bei den VVK-Stellen zurückgegeben werden! ++

Inger-Maria Mahlke ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert und hat sich mit jedem ihrer Bücher thematisch und formal stets weit vorgewagt. In „Archipel“ führt sie rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege.

Das Buch ist mehr als nur ein Roman: Fesselnde Zeitgeschichte, Appell und mitreißende Erzählkunst.

 

http://literatursalon.net/literaturwoche-donau-2019/
https://www.facebook.com/LiteraturwocheDonau/
https://www.rowohlt.de/hardcover/inger-maria-mahlke-archipel.html

Literaturwoche Donau 2019: Unvergessen. Montag, 29. April 2019

Die Literaturwoche beginnt die Woche mit einem Doppeltermin. Gleich zweimal kann man am Montag Literatur genießen – in einem eigens kuratierten Literaturabend mit Sibylle Clauß-Schleicher und jungen Autoren*innen bei „Fischerins Kleid“ – sowie einem „Late Night“ in der Buchhandlung Aegis Buchhandlung:

Literatur-Abend bei Fischerins Kleid: Unvergessen
Ein Literaturabend zur Rana Plaza-Katastrophe 2013
Lese- und Gesprächsabend bei „Fischerins Kleid“, Fischergasse 6, 89073 Ulm
Eintritt 6 €

Die Fashion Revolution Week hat sich im Nachgang des Zusammensturzes der Rana Plaza Textilfabrik, Bangladesh am 24.4.2013 gebildet, bei dem weit über 1000 Menschen getötet und noch mehr verletzt wurden. In Erinnerung an diese Katastrophe werden an diesem Abend von Autorin und Schauspielerin Sibylle Schleicher Texte rund um das Thema Menschenwürde, Gerechtigkeit und Arbeitsethos gelesen – und auch ein Auszug aus der Menschenrechtserklärung.
Eine literarische Reise von 1798 bis 2019 mit Texten von E. Sitwell, J.Ringelnatz, I.Keun, F. Endrikat, H. Heine, Sarah Scherer, Theresa Komprecht, Maximilian Stuka und Sibylle Schleicher und anderen…- rund um die Themen Kleidung, Textilindustrie, Konsum, Menschenwürde, Arbeitsethos.
Heitere und ernste Denkanstöße, musikalisch von Ferdinand Schlichtig umrahmt.

22:30 Uhr
Nachtschwärmerinnen: Stadtschreiberin Neu-Ulm trifft Kolleginnen
Stadtschreiberin Neu-Ulm trifft Kolleginnen
Ort: Aegis Buchhandlung, Breite Gasse 2, ULM
Eintritt: 6 €

Constance Hotz ist die erste Neu-Ulmer Stadtschreiberin. An diesem Abend trifft sie auf die Autorenkolleginnen Silke Knäpper und Sibylle Schleicher. Worum es geht? Um Lieblingsautoren, Inspirationsquellen und lesenswerte Literatur abseits bekannter Pfade.

 

Heute abend: Die Magie von Raum und (W)Ort

MAGIE VON RAUM UND (W)ORT. Olaf Velte und Axel Dielmann im Gespräch

28. April 2019, 19:30 Uhr
vh ulm – EinsteinHaus, Club Orange
Moderation Florian L. Arnold

Heute begrüßen wir den Autor Olaf Velte und seinen Verleger Axel Dielmann, letzterer wird sich zudem auch als Autor mit seinem neuen, bei Diaphanes erschienenen Erzählband „Die Schneiderin“ präsentieren.

Olaf Velte, 1960 in Bad Homburg geboren, hat Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Philosophie studiert. Veltes Literatur ist von einer einzigartigen Bildmächtigkeit: Ein Autor, dessen stark verdichtete und sprachlich durchkomponierte Texte sich gegen eine oberflächliche Lesart sperren – eine Literatur, die mit Bedacht und Ruhe genossen werden will. Er wird an diesem Abend begleitet von seinem Verleger Axel Dielmann, der seinerseits eigene Erzählungen zur Kunst vorstellt: Verstört irrt der Erzähler seines Buches„Die Schneiderin“ durch die Ausstellung im Anatomischen Theater, „Körperkunst – 42 Einblicke“. Nicht nur die Exponate verstören – auch das unheimliche Kind namens „Kubin“ und der ausser Kontrolle geratende innere Monolog im Angesicht der Kunst.

 

Literaturwoche Donau 2019: Siebte Auflage des Literaturfestivals

Wir finden ja, daß die schönsten, spannendsten Bücher von unabhängigen Verlagen gemacht werden. Wo Charakterköpfe und Individualisten, Kenner, Könner, Künstler und Spezialisten die besten Stoffe für den Leser zugänglich machen. Für solche Verlage haben wir 2013 die Literaturwoche ins Leben gerufen, für und mit diesen Verlagen gestalten wir die sechste Literaturwoche Donau, die am 25. April 2019 startet.

7. Literaturfestival in Ulm und Neu-Ulm
25. April 2019 bis 5. Mai 2019

Wieder freuen wir uns auf die besten Autoren aus unabhängigen Verlagen.
Wir kooperieren wie gewohnt mit der Museumsgesellschaft Ulm, vh ulm,
Buchhandlung Aegis (Ulm), „Fischerins Kleid“ sowie der Stadtbibliothek Ulm. Unsere „Literatur Late Night“-Reihe auf Neu-Ulmer Seite wird eine Fortsetzung finden.

Mehr dazu findet sich auf der Programmseite – Hier findet sich alles zum Programm, den Autoren, den Orten. Und wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns!

 

Literaturwoche Donau 2019

 

 

Lesung und Vortrag: Bulgarische Literatur – am 27. August 2018

Montag, 27. August 2018, 19 Uhr:
Bulgarische Literatur (1): Ivailo Petrov
Vortrag und Lesung mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
Veranstaltungsort: Aegis Literatur, Buchhandlung, Breite Gasse 2, Ulm
Unkostenbeitrag €

Es ist erstaunlich: Einer der profiliertesten und fantasievollsten bulgarischen Autoren, Ivailo Petrov, ist heute nahezu vergessen. Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev, Augsburg, stellt den bulgarischen Autor und die bulgarische Literatur zwischen 1900 und 1945 vor und wird insbesondere erklären, was es mit dem sehr eigenen bulgarischen Humor in dieser Zeit auf sich hat.

“ Ivajlo Petrov zieht alle Register von Humor und Satire, um der Bauernschläue der bulgarischen Landbevölkerung, ihren Sitten und Gebräuchen, Unsitten und Gebrechen die Ohren lang zu ziehen. Und wie er seine Seitenhiebe auf die Bürokratie der Macht in der Überzeichnung des pflichtbewussten Erzählers unterbringt, das ist so gut – Petrov könnte ohne weiteres einen Berg Stecknadeln so beschreiben, dass jeder ihn für einen Heuhaufen hält. (…)
(Aus dem Pressetext der deutschen Ausgabe von „Vor meiner Geburt …“ aus dem Avlos Verlag, der leider Mitte der 2000er aufhörte zu existieren)

Ein von Dr. Roth-Bojadzhiev übersetzter Auszug aus der Petrov’schen „Schöpfungsgeschichte“ wird Sie begeistern – ein heiterer, manchmal bissiger, immer geistreicher Humor. Sie werden erstaunt sein.

 

Heute: Verlage bei der Buchmesse Konturen

Welche Wiederentdeckungen lohnen? Welche Neuheiten muß ich lesen? Wer ist der künftige Liebling der Feuilletons? Das wissen wir – aber wir verraten es nicht. Schauen Sie selber und entscheiden Sie, was gelesen werden muß, was Ihren Verstand kitzelt und Ihre Fantasie beflügelt.

20 Verlage, 20 Programme, unendlich viele Einsichten. Heute ab 10 Uhr in der Museumsgesellschaft Ulm, Neue Straße 93, Eingang Kramgasse!
Dauer: Bis 17 Uhr.
Programm: http://literatursalon.net/konturen-28-29-april-2018/

 

„Vier von fünf Beziehungen müssten sofort aufgelöst werden“

HEUTE im Casino am Weinhof 7-10 in Ulm: „Trennt euch!“

Der Schweizer Autor Thomas Meyer glaubt, dass die meisten Paare aus Feigheit zusammenbleiben. Darum schrieb er „Trennt euch!“, das er uns heute Abend im Casino am Ulmer Weinhof vorstellt. “Trennt euch!“ ist eine Liebeserklärung an die gute Beziehung zwischen zwei Menschen – und die Aufforderung, nie mehr in schlechten Beziehungskisten emotional zu verhungern. Florian L. Arnold lotst durch den Abend und Musik schenkt uns die großartige Tini Prüfert!

„Ich beobachte, dass viele Menschen Beziehungen führen, die ihnen nicht guttun. Doch statt Schluss zu machen, harren sie aus und versuchen, ihren Partner dazu zu bringen, sich so zu verhalten, wie sie es gern hätten. Das führt zu noch mehr Leid, denn man hört ja nicht plötzlich auf, man selbst zu sein. Mir tut es weh, das mitanzusehen. Warum gibt man einander in dieser Situation nicht frei? (…)“

28. 4. 2018, 19:30 Uhr
Thomas Meyer empfiehlt: Trennt euch!
Ort: Casino
Musik: Tini Prüfert & Philipp Solle am Klavier

Im Anschluss: 
Farewell. Die Party zur Literaturwoche Donau 2018 mit Tini Prüfert & Philipp Solle am Klavier, Habama Music, Sylvain Brimaud legt auf.
Eintritt Lesung + Party: 15 / 13 € / // Nur Party: 8 €

Trennt euch!

Es passt, oder es passt nicht. (…) Und wenn es nicht passt, wird es nie passen.

Vier von fünf Beziehungen passen nicht und müssten sofort beendet werden. Mit dieser These hat Thomas Meyer in einem Interview für viel Wirbel gesorgt. In seinem persönlichsten Buch „Trennt Euch!“ widmet er sich in Form des literarischen Essays diesen inkompatiblen Beziehungen. Scharfsinnig und mit hoher Emotionalität hat Meyer eines der sinnvollsten Bücher über Beziehungen geschrieben. Vergessen Sie alle Ratgeber und Trennungsbücher, die es sonst so gibt – hier geht es um wesentliches!

28. 4. 2018, 19:30 Uhr
Thomas Meyer empfiehlt: Trennt euch!
Ort: Casino
Musik: Tini Prüfert & Philipp Solle am Klavier
Thomas Meyer ist wahrscheinlich der witzigste Schweizer Gegenwartsautor. Sein Humor ist aber stets mit einer ernsthaften und wichtigen Botschaft unterfüttert.

„Trennt euch!“ ist eine Liebeserklärung an die gute Beziehung zwischen zwei Menschen – und die Aufforderung, nie mehr in schlechten Beziehungskisten emotional zu verhungern.

Tini Prüfert (Gesang) und Philipp Solle am E-Piano liefern uns den Soundtrack für diesen Abend.

Im Anschluss: 
Farewell. Die Party zur Literaturwoche Donau 2018 mit Tini Prüfert & Philipp Solle am Klavier, Habama Music, Sylvain Brimaud legt auf.
Eintritt Lesung + Party: 15 / 13 € / // Nur Party: 8 €

Messe-Vorfreuden

SAMSTAG startet die Buchmesse KONTUREN – die erste Auflage dieser Buchmesse der unabhängigen Verlage in (und um) Ulm kann mit großartigen Verlagen aufwarten, die uns ihre Bücher präsentieren. Verleger und Publizisten sind vor Ort und stellen persönlich neue Bücher vor. Zur Buchmesse passend gibt es auch die Ausstellung des Wiener visuellen Poeten Anatol Knotek zu sehen.

Konturen #1: Erste Ulmer Buchmesse der unabhängigen Verlage
Samstag, 28. April 11:00 – 18:00 im Museum Villa Rot
Schlossweg 2, 88483 Burgrieden

 

Programm am Samstag, 28. 4. 2018

:: 13 Uhr: Gespräch & Lesung mit Eva Hocke, Herausgeberin Literaturmagazin „Mauerläufer“

:: 14 Uhr: Buchvorstellung Jörg Neugebauer: Wien. Nacht. Eine Erzählung nach Motiven aus der Biografie Freuds

:: 16 Uhr: Die Kurt Wolff Stiftung stellt sich vor – mit Britta Jürgs.

:: 17 Uhr: Lesung Martin Ebbertz: Feuer in der Eiswürfelfabrik. Humoristische Miniaturen.

 

Wir freuen uns auf Sie!

Heute: Gute Menschen

Mitteleuropa wird von einer furchtbaren Hitzewelle heimgesucht.

27. 4. 2018, 19:30 Uhr
Jürgen Bauer: Ein guter Mensch + Verleger Jürgen Schütz
Ort: Atelier in der vH Ulm, Einsteinhaus.
Musik: Ivan Antonic

Jürgen Bauer ist ein junger österreichischer Autor, der mit Ein guter Mensch seinen mittlerweile dritten Roman vorgelegt hat: Ein dystopischer Roman, der in einer nahen Zukunft spielt, in einem von Trockenheit gepeinigten Mitteleuropa, in dem Wasser ein kostbares Gut geworden ist, das rationiert und nach einem bestimmten Plan unter die Menschen verteilt wird. Wasserknappheit quält die Menschen. Marko versucht mit seinem Freund Berger als Tankwagenfahrer einen Beitrag zu leisten und die Menschen mit Wasser zu versorgen. Aber es ist nicht leicht, ein guter Mensch zu sein angesichts einer zerbrechenden Zivilisation. Furiose Gegenwartsanalyse und Zukunftsvision.
Jürgen Bauer und sein Verleger Jürgen Schütz stellen uns das Buch vor, Florian L.Arnold führt durch den Abend.

Eintritt: 12/10 €

27. 4. 2018, 19:30 Uhr
Jürgen Bauer: Ein guter Mensch + Verleger Jürgen Schütz
Musik: Ivan Antonic

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