Literatursalon Donau

Schlagwort: vH Volkshochschule Ulm

HEUTE: Erich Mühsam! Mit Manja Präkels und Markus Liske & „Der singende Tresen“ 17.11.2018 19:30 Uhr

Samstag 17.11.2018, 19:30 Uhr, Club Orange in der vh Ulm: Erich Mühsam!

>> Leseprobe „Das seid ihr Hunde wert!“ – Das Mühsam-Lesebuch (Verbrecher Verlag)

 

Erich Mühsam
Mensch sein

Trotz allem Mensch sein. Mensch bei allem bleiben
und seinen Menschen nicht verkümmern lassen,
wenn selbst Sterne schon im Dunst verblassen,
geängstigt von dem Spuk, den Menschen treiben.

Mensch sein erlaubt, befielt, den Feind zu hassen.
Mensch sein heißt Unrecht bei der Gurgel fassen
und es mit jedem Keim zu Staub verreiben.

Trotz allem Mensch sein, wär’s auch mit dem Messer!
Doch dem, der Menschen tötet, sei verkündigt:
Vergossnes Blut fließt durch Gewissenssiebe.

War vor der Bluttat deine Seele besser,
so hast du dich am Menschentum versündigt.
Rein bleibt der Mensch, der Blut vergießt aus Liebe.

aus „Brennende Erde. Brennende Erde. Verse eines Kämpfers „
Kurt Wolff Verlag, München, 1920
Format 13,5 x 21,4 cm, 92 S. 

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LiteraturKlassiker #3: Erich Mühsam-Abend am 17. 11. 2018 in der vh Ulm

KLASSIKER IM WINTER #3: Erich Mühsam.
Mit Manja Präkels und Markus Liske feat. „Der singende Tresen“
17.11.2018 19:30 Uhr
vh ulm, Club Orange

Erich Mühsam, 1878 in Berlin geboren, war Dichter und politischer Publizist. Er war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde. 1933 wurde er erneut verhaftet und am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet.

Erich Mühsams Tagebücher im Gepäck durchqueren Markus Liske, Manja Präkels & Der Singende Tresen das Land und widmen ihre ganze Kunst dem Dichter und Revolutionär Erich Mühsam, der zwischen zwei Weltkriegen, der zwischen Hoffnung und Verzweiflung stets mit dem Humor eines Überlebenskünstlers ausgerüstet war. Mühsam schrieb Kampf-, Marsch- und Spottlieder, schrieb leidenschaftliche Plädoyers für politische Gefangene und verfolgte ein anarchistisches Revolutionskonzept. Es wird Zeit, den Publizist und Antimilitaristen Mühsam wieder zu entdecken als das, was er (auch) war: einen wortmächtigen Humanisten.

Unveröffentlichte Schätze aus dem Nachlass dieses umtriebigen Protagonisten und vertonte Texte führen mit Spielfreude und Witz zu einem furiosen Abend: „Man höre, wie unvergleichlich Manja Präkels singt! (… ) so, wie sie singt, könnte sie das Telefonbuch heruntersingen und damit gegen alle guten Sitten verstoßen!“ (so der Wiener Kritiker Harald Justin, dem man nur jubelnd zustimmen kann).

Manja Präkels, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Sängerin der hochgelobten Band »Der singende Tresen« und Autorin des Lyrikbandes »Tresenlieder«. Sie ist Mitherausgeberin der erzählerischen Anthologie »Kaltland – Eine Sammlung«, eines Klassikers der Nachwende-Literatur.
Für den Verbrecher Verlag stellte sie mit Markus Liske das Erich-Mühsam-Lesebuch »Das seid ihr Hunde wert!« (2014) und den Band »Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?« (2015) zusammen.

Kleines Festival mit großen Namen

Literatursalon würdigt Klassiker: Der Literatursalon Donau setzt in den kommenden Wochen ein seit Langem gehegtes Herzensprojekt in die Tat um. Die Neu-Ulmer Zeitung hat hierzu einen kleinen Bericht veröffentlicht.

>> L I N K
 

Lesenacht bei Aegis in Ulm

Lange Aegis Lese- und Schmöker-Nacht am Samstag, 27. 10. 2018

Am Samstag  den 27. Oktober gibt es eine erste lange Lesenacht in unserer Partnerbuchhandlung Aegis. Neben Leseangeboten kann man auch unsere Vereinsmitglieder Bernd Weltin und Hannah Münch live erleben!

20 Uhr: Bernd Weltin stellt Egon Erwin Kisch vor, insbesondere einen Auszug aus seinen Berliner Journalen, die perfekt zum aktuellen Hit „Babylon Berlin“ passt. Und dann dürfen wir uns auch auf einen Auszug aus dem „irischen Tagebuch“ von Heinrich Böll freuen.

21 Uhr: Hanna Münch, Autorin und Theatermacherin aus Ulm, stellt eigene Texte vor.

Der Eintritt ist frei.

Buchgespräch mit Jan-Philipp Sendker

Was für ein gelungener Literaturabend! Schriftsteller Jan-Philipp Sendker kam am 26. Juni 2017 nach Ulm ins Aicher-Scholl-Kolleg im legendären HFG-Gebäude und berichtete mit Offenheit, Humor und Herz von seinen Aufenthalten in Burma, China und Amerika.

Sendker schrieb „Das Herzenhören“, es folgten die Romane „Das Flüstern der Schatten“ (2007) und „Drachenspiele“ (2009). Sendkers erster Roman „Das Herzenhören“ ist ein Phänomen: ein Buch, das im Laufe der Jahre Hundertausende Leser gewann und in den USA zum Bestseller avancierte. Demnächst soll es eine Verfilmung geben, für die Sendker selbst das Drehbuch schrieb.
Im Aicher-Scholl-Kolleg der vH Ulm lernten wir einen freundlichen und nachdenklichen Autor kennen, der es sich nicht leicht machte mit seinen Büchern, der sich, um die Stimmung oder Situation einer Figur zu empfinden, radikal selbst in deren Stimmung versetzte.

Wir danken Jan-Philipp Sendker für den großartigen Abend, den er uns im „Literatursalon Donau“ in Ulm schenkte.

Heute: Thomas Meyer!

Sa. 29. April, 19:30
Thomas Meyer: Rechnung über meine Dukaten (Diogenes)
Club Orange, VH Volkshochschule Ulm, Kornhausplatz 5, Ulm
Eintritt: 8* / 10 Euro

Thomas Meyer hat mit „Rechnung über meine Dukaten“ (Diogenes Verlag) einen sehr vergnüglich zu lesenden Roman über den exzentrischen König Friedrich Wilhelm I. vorgelegt. Dieser gab Unsummen aus für die Langen Kerls, seine persönliche Leibgarde aus lauter riesigen Männern, die er zwangsrekrutieren oder gar entführen ließ.
Das widerfährt auch dem jungen Bauern Gerlach, den er zu seinem neuen Liebling erklärt. Aber auch die großgewachsene Konditorstochter Betje findet Gefallen an ihm. Betje, eine Riesin, eine großgewachsene junge Frau, die sich so sehr nach einem Mann sehnt, zu dem sie aufblicken kann, nein: muss. Den Kopf in den Nacken legen müssen, um küssen zu können: das ist ihre Sehnsucht …

Thomas Meyer, geboren 1974 in Zürich, arbeitete nach einem abgebrochenen Studium der Jurisprudenz als Texter in Werbeagenturen und als Reporter auf Redaktionen. Erste Beachtung als Autor erlangte er 1998 mit im Internet veröffentlichten Kolumnen. 2007 machte er sich selbständig als Autor und Texter.
Sein erster Roman „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ wurde zu einem Best- und Longseller. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.
Thomas Meyer lebt und arbeitet in Zürich.

Der Abend im Club Orange der vH Ulm beginnt um 19:30 Uhr – mit einem kleinen Konzert der Band ABOUT ALLY.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der vH Ulm.

>> Leseprobe

Feinarbeiten: Lesung mit Walle Sayer

Walle Sayer – Feinarbeiten
(Lesung + Autorengespräch, Literatursalon Ulm)
Moderation: Hubert Klöpfer
26. September 2016, 20 Uhr

++ VH Ulm – EinsteinHaus, Club Orange (Link)
Kooperation des Literatursalon Ulm e. V. und der vH Ulm.
Montag, 26. September, 20 Uhr
Eintritt EUR 8,00 / 4,00
EinsteinHaus, Club Orange

Mit dem 1960 geborenen Walle Sayer holen wir einen wahren Meister der feinen Beobachtung nach Ulm. Die einfachen Dinge sind es, um die es in Sayers Texte geht, die sich irgendwo als Literatur ganz eigener Prägung zwischen Prosa und Lyrik bewegt. Die Wunder alles Lebendigen beobachtet Sayer und holt uns die Wolken durch zarte Miniaturen vom Himmel. Der „Meister des Minutiösen“ (Richard Pietraß) gibt dem Alltäglichen neue Konturen; seine vielfach ausgezeichnete Prosalyrik schafft eine Dichte, die ihresgleichen sucht – und süchtig macht. An Walle Sayers Seite – sein Verleger Hubert Klöpfer, der über die Wunder des Büchermachens spricht und die Freuden und Leiden des Verlegerseins.

„(…) Walle Sayer besitzt die Geduld, noch das Unscheinbarste genau zu beobachten, um das so Auf- und Zugefallene in die Wörterheimzubringen.“ (A. Kohm)

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